Wie du einen Gemeinschaftsgarten gründest

Gemeinschaftsgärten sind kein kurz andauernder Trend. Sie sind Teil unserer Zukunft, in der wir nachhaltig wirtschaften und lokal einen Teil unserer Produkte selbst erzeugen.

Denn seien wir mal ehrlich:
Die Entfremdung unserer Nahrungsmittel durch den Anbau in entfernten Regionen der Welt sorgt nicht nur für wahnsinnig viele Umweltfolgen, sondern auch für fehlende Wertschätzung an dem erzeugten Lebensmittel.

Wenn du einmal gesehen hast, welche Schritte bis zur Ernte einer Frucht nötig sind, dann weißt du dieses lebensnotwendige Produkt um ein Vielfaches mehr zu schätzen.

Die Entfremdung von Natur und Mensch wird nirgendwo so sichtbar, wie in der Großstadt. Nicht alle kommen in den Genuss eines eigenen Gartens. Sie wachsen manchmal gar völlig ohne den Blick auf die natürlichen Prozesse auf.

Als ich 2017 zurück in meinen Heimatbezirk in Berlin gezogen bin, da ließ mich die Idee eines Gemeinschaftsgartens nicht los. Warum? Weil mich Pflanzen und die Gartenarbeit schon immer begeistert haben. Schon als Kind war das etwas Selbstverständliches für mich.

Im Dezember 2017 habe ich begonnen für das Projekt zu werben und im März 2018 haben wir auf der Fläche begonnen zu ackern. Wie ich das geschafft hab, das möchte ich dir in einem “how-to” zeigen:

Gemeinschaftsgarten

 

Vom Gedanken zur Vision

Erstelle ein klar verständliches Konzept mit einer begeisternden Vision. Was ist bei der Idee besonders und wieso ist gerade dein Vorschlag unterstützenswert? Gerade soziale Aspekte oder eine positive Auswirkung auf unsere Natur haben unwahrscheinlich viel Zugkraft. Nicht nur bei potentiellen Mitgärtnenden, sondern auch bei denjenigen, die euch eine Fläche zur Verfügung stellen können.

Von der Vision in die Umsetzung

Sprich mit deinem Konzept die richtigen Menschen an. In vielen Fällen ist das die Bürgermeisterin vor Ort. Überzeuge mit deinem Konzept und wirb für Unterstützung. Wichtig hierbei ist Ehrlichkeit: Was kannst du und was kann die Gartengemeinschaft leisten und was nicht. Frage: Welche Bedingungen stellt die Verwaltung ? Wie kann der Garten für eure Nachbarschaft ein Gewinn werden?

Vom ich zum wir

Allein ist so ein Projekt schwer zu wuppen. Gerade, weil es auch Rückschläge gibt. Versuche von Beginn an so viele Menschen in deiner Nachbarschaft, wie möglich für deine Sache zu begeistern. Das erhöht nicht nur den Druck auf die örtliche Politik eine Fläche für die Idee zu finden, sondern stärkt dich immer wieder das Projekt mit Tatendrang zu verfolgen.

Von der Brache zum Garten

Eine grüne Wiese oder gar eine Asphaltpiste macht noch keinen Garten. Ein paar grundsätzliche Dinge braucht es schon, die jetzt wichtig sind:

Jeglicher Müll sollte von der Fläche verschwinden und Struktur in den Garten gebracht werden. Macht am besten einen genauen Plan was ihr wohin machen möchtet. Sammelt alle Ideen und stimmt euch ab an welchem Ort diese am besten verwirklicht werden kann.

Was ihr im Garten ab Beginn braucht:

  • Wasserquelle
  • Gartengeräte
  • Absicherung gefährlicher Stellen
  • Kompost
  • Hinweis am Gartentor, was hier vor sich geht 🙂

 

Von der losen Truppe zur Gemeinschaft

Es kann kein Gemeinschaftsgarten auf Dauer ohne eine gute Gemeinschaft existieren. Gerade das Soziale ist eine so wichtige Komponente.

Der Beweggrund der Teilnehmenden muss nicht unbedingt die Gemeinschaft sein, sondern kann auch das bloße Verlangen nach Arbeiten im Grünen sein. Es ist wichtig eine Gemeinschaft zu fördern und zu ermöglichen – nicht aber zu erzwingen.

Mit gemeinsamen Gartenterminen, Aufräumaktionen, Workshops oder Festen kannst du die Gruppe näher zusammenbringen und es entwicklen sich Dynamiken und Ideen, von der vorher nicht zu träumen war.

Zum Schluss noch etwas Persöhnliches

Das Schönste an so einem Garten ist für mich heute immer die Gewissheit, dass die Gemeinschaft und der Garten auch ohne meinen Einfluss weiter besteht.

 

Gewächshaus Anleitung