Hochbeete

Warum Pappe auf Beeten keine gute Idee ist

Einige der bekanntesten Gärtnerinnen und Gärtner verwenden Pappe zum Beetaufbau oder als Kohlenhydrat-Quelle im Kompost. Es ist ein fester Bestandteil in der Permakultur-Szene.

Wie der MDR kürzlich berichtete, bringt das jedoch nicht vorhersehbare Probleme mit sich.

Warum du auf Alternativen zurückgreifen solltest und welche das sind erfährst du in diesem Beitrag.

Warum wird Pappe verwendet?

Pappe ist ein günstiges Mulchmaterial, was in unserer Gesellschaft im Überfluss vorhanden ist.

Gerade bei der Methode vom Anlegen unkrautfreier Beete auf einer vorhandenen Rasenfläche ist es super bequem Pappe zu verwenden.

Die Pappschicht hält das Wasser und sorgt dafür, dass der Rasen mangels Licht abstirbt. Gepflanzt wird dann direkt auf die Komposterde, die auf die Pappe kommt.

Soweit so gut. Doch wo ist das Problem?

Pappe Kompost

Hier kommt Pappe als Abdeckung des Bodens für eine Trennschicht zum Einsatz.

Die Problematik

Wenn die Pappe unbedruckt ist, also keine Farben enthält, was ist dann daran so schlimm? Pappe ist grundsätzlich ein Naturstoff aus pflanzlicher Zellulose – oder?

Laut Ulrich Lang (Experte für Kompostierbarkeitsprüfungen, ISEGA) ist Pappe in unserer heutigen Welt ein hochtechnisiertes Produkt.

Zwischen 5 und 10 % Zusatzstoffe werden der Pappe heute beigemischt. Es ist also nicht mehr das Naturprodukt, welches wir gern in unserer Erde haben wollen. Zu diesen Nebenstoffen gehören zum Beispiel: Kalziumkarbonat, Nassfest-, Leim- oder Bindemittel. In geringen Mengen auch Biozide oder Farbstoffe.

Diese Mittel sollen die Belastbarkeit der Pappe verbessern oder Schimmel und Feuchtigkeit vorbeugen.

Die verwendeten Stoffe sind nicht sofort giftig. Erst in der richtigen Menge wird daraus ein Problem.

Wohin mit der Pappe?

Pappe ist grundsätzlich sehr gut für Recycling geeignet. Dabei helfen die oben genannten Stoffe sogar. Nur zum Kompostieren sind sie eigentlich nicht konzipiert. Auch “der blaue Engel” sagt nichts über die Kompostierbarkeit.

Laut dem Umweltbundesamt ist “die Verwendung von Pappen aus dem Einzelhandel für die Abdeckung von Beeten kein bestimmungsgemäßer Gebrauch solcher Verpackungen”.

Also am besten in den Recyclingumlauf zurückführen und in die blaue Tonne damit.

In welchen Fällen kann Pappe auch im Garten eingesetzt werden?

Wenn die Pappe tatsächlich als “kompostierbar” gekennzeichnet und zertifiziert ist, dann hat das Material zusätzliche Prüfungen durchlaufen. In diesem Fall ist ein Einsatz im Garten möglich.

Die genauen Bestandteile in der verwendeten Pappe lassen sich jedoch von Laien oft kaum bestimmen. Selbst bei dem Einsatz geringer Mengen kann niemand genau sagen, was in die Erde gelangt.

Alternativen

Eine etwas länger dauernde Variante aus der Permakultur ist das Heu- bzw. Strohbeet.

Dabei schichtest du 80 cm Masse im Spätsommer nach dem Mähen auf und lässt es dort bis zum Frühjahr liegen. Die ganze Masse sackt dann deutlich zusammen und regt bis zum Saisonstart das Bodenleben an. Wenn darunter noch Rasen war, dann wird dieser mangels Licht im Frühjahr verschwunden sein.

Wenn du dann Pflanzen möchtest, machst du mit den Händen einfach eine kleine Öffnung in die Schicht und pflanzt direkt in die Erde.

Ein zusätzlicher Benefit ist, dass du so auch eine dicke Mulchschicht hast, die viel Wasser im Sommer spart.