Pflanzentauschbörse

Mit Pflanzentauschbörsen das Klima, die Pflanze und deinen Geldbeutel schützen

Wenn du dir Pflanzen anschaffst, dann rettest du damit nicht automatisch die Umwelt, das Klima und vollbringst eine Wohltat. Es lohnt sich genauer hinzuschauen – und das machen wir gemeinsam in diesem Beitrag.

Pflanzen haben selbstverständlich eine wichtige Funktion bei der Bekämpfung des menschengemachten Klimawandels. Bei der Photosynthese speichern sie CO2 in ihren Ästen, Stämmen und Blättern und tragen so zur Bindung des Treibhausgases bei. In sämtlichen Modellen zur Erreichung von Klimazielen spielt Aufforstung und die “Begrünung der Welt” eine große Rolle. Bislang ist keine Maschine bekannt, die so effizient wie Pflanzen CO2 für lange Zeit binden kann.

Doch wenn es um deine Zimmerpflanzen geht, dann lohnt sich ein differenzierteres Bild.

Die meisten Zimmerpflanzen sind tropischen Ursprungs und der Aufwand diese in Gewächshäusern in Europa wachsen zu lassen bis sie verkaufsfertig sind ist schlicht zu groß. Deswegen werden viele der Zimmerpflanzen, die wir im Baumarkt oder auch online finden, im globalen Süden angebaut und bis zur Verschiffung optimalen Wachstumsbedingungen ausgesetzt.

Das bleibt natürlich nicht ohne Folgen. Zum einen sind die Pflanzen Bedingungen gewohnt, die du in deiner heimischen Wohnung kaum nachbilden kannst. Sie wurden perfekt gedüngt, auf den Punkt bewässert und haben so viel Licht bekommen, dass jede Zimmerpflanze nur neidisch werden kann. Von der Luftfeuchtigkeit mal ganz zu schweigen.

Ein weiteres heikles Thema ist der CO2-Ausstoß, der beim Transport der Pflanzen entsteht. Irgendwie müssen sie ja zu dir kommen. Und dabei ist womöglich die Autofahrt zum Markt der geringste Anteil. Es gibt Pflanzen, wie die Kentia-Palme, die nur an einem Ort weltweit überhaupt vorgezogen werden. Und das ist im Falle der Kentia-Palme die Insel, auf der sie endemisch ist. D.h. sie kommt nur dort natürlich vor.

Wie lassen sich diese negativen Auswirkungen vermeiden?

Ganz einfach: Tausche viel mehr mit Freunden oder organisier eine Pflanzentauschbörse in der Nachbarschaft. Das hilft gleich bei mehreren Aspekten. Denn: Zum einen entsteht deutlich weniger CO2-Ausstoß aufgrund von Transportwegen. Zum anderen sind die Pflanzen schon die Bedingungen in Deutschland gewohnt. Und wenn es die Pflanze bereits bei einer Freundin, oder einem Nachbar über längere Zeit überstanden hat – sich womöglich sogar schon vermehrt hat – dann stehen die Chancen gut, dass auch du lange Freude mit der Pflanze hast.

Zu Pflanzentauschbörsen kannst du dich ganz analog über Flugblätter, Plakaten oder eben digital mithilfe sozialer Netzwerke verabreden. Besonders nebenan.de eignet sich dafür gut, da du dort nur mit deiner direkten Nachbarschaft kommunizierst. Ein guter Anlaufpunkt sind auch Gemeinschaftsgärten in deiner Gegend.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass du damit viel Geld sparst. Erstens halten die Pflanzen mit größerer Wahrscheinlichkeit länger durch, sodass du nicht andauernd nachkaufen brauchst und zweitens hast du viel geringere Anschaffungskosten. Und noch etwas: Die Pflanzen, die du auf Pflanzentauschbörsen bekommst sind Einzelstücke und keine 0815 gewachsenen Baumarktpflanzen.

Der beste Zeitpunkt für Pflanzentauschbörsen ist das Frühjahr. Denn da ist der Transport wegen wärmer werdenden Temperaturen verträglicher für die Pflanzen. Außerdem ist es im Frühjahr auch einfacher für deine Pflanzen das Umtopfen zu überstehen.

Fazit:

Pflanzentauschbörsen sind eine Win-Win-Win-Situation für alle. Für dich, weil du weniger Geld ausgibst und kein schlechtes Gewissen haben brauchst wegen möglicher Umweltfolgen. Für die Pflanze, weil sie nicht völlig neuen Bedingungen ausgesetzt wird. Und für die Person, die Pflanzen abgeben kann natürlich auch.